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Initiative MEM2018 » Von den „Glorreichen Sieben“ zum „letzten Mohikaner“
Initiative MEM2018

18.09.2017 - 15:25 von KS


SCHNEIDER_SIEBER_MUETSCH.JPG

Jana Schneider hielt in Runde 7 den Laden zusammen! Sie verteidigte verbissen eine schlechtere Stellung gegen die neue Europameisterin Olga Badelka aus Weißrussland. Diese Kämpferqualität hat sich Jana im Verlaufe dieses Jahres ebenfalls angeeignet.
In Runde 8 sah alles zunächst sehr gut aus.
Gegen Gabriela Antova aus Bulgarien (unter ECU startend) hatte sie einen Mehrbauern erbeutet.

Schneider, J- Antova, G
In der Zeitnot um den vierzigsten Zug herum traf Jana einige falsche Entscheidungen und es stand nach Zug 41. …gxh4 eine Remisstellung auf dem Brett

Gleichzeitig verabschiedeten sich alle anderen (wenn auch winzigen) Medaillenhoffnungen aus den Top 5.
Jana muss es richten! Und Jana schaffte es! Last Woman standing!
Durch den Sieg in der Schlussrunde erreichte sie mindestens eine Medaille. Nach einer gewissen Wartephase, die Buchholz lief noch, stand die Farbe der Medaille fest! Silber!

Herzlichen Glückwunsch!


Das Jahr 2017 brachte der fränkischen Gymnasiastin einen weiteren schönen Erfolg ein. Ihr Heimtrainer Michael Prusikin fieberte vor Ort natürlich mit und war möglicherweise nervöser als Jana selbst.
Die übrigen Deutschen kamen im Feld der zwölf Altersklassen fast alle auf Mittelplätzen ein.
Hervorzuheben vielleicht noch Teodora Rogozenco als Achte und Annmarie Mütsch als Zehnte. Girlspower in Mamaia!
Auf der Siegerehrung wurde die russische Nationalhymne erwartungsgemäß am häufigsten gespielt. Dänemark war mit zwei Titeln ebenfalls beteiligt. Hier wirkte unsere EM-Vorbereitung; Jonas Bjerre U14 spielte in 2015 seinerzeit das Jugendmasters in Apolda
http://www.jugendmasters-2015.steffans-schachseiten.de/
und Jesper Sondergaard war in 2017 bei der IDJM in Ströbeck am Start.
http://idjm-stroebeck-2017.steffans-schachseiten.de/
Dort allerdings hinter Alex Donchenko (im November auf der JWM U20) und Dmitrij Kollars (zur Zeit JW U18 in Uruguay) Wenn das kein gutes Omen ist!?

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Euro 2017 » Operation „Gold“
Euro 2017

04.09.2017 - 16:13 von KS


BILD_48.JPG

Die Vorbereitung
Bereits im Januar lieferten die polnischen Gastgeber der Mannschaftseuropameisterschaft U18 in Rymanow Zdroj die Ausschreibung und baten die europäischen Föderationen um rege Teilnahme. Für uns als Ausrichter dieser Veranstaltung 2018 in Bad Blankenburg war die Mannschaftsmeldung selbstverständlich. Neben den sportlichen Aspekten standen für mich auch Meldeabläufe, Zeitpläne, Rahmenprogramm, Turnierverwaltung und Management auf der Merkliste.
Die Nominierung erfolgte bereits im Februar für August. Das hilft allen Beteiligten bei der Vorbereitung und dem Aufstellen ihres Turnierplanes.
Bei den Jungen verzichtete Roven Vogel bereits frühzeitig auf seine Meldung. Damit stellten sich die jungen Männer quasi von selbst auf. Dmitrij Kollars in seinem letzten U18 Jahr, Thore Perske und Vincent Keymer (Goldgewinner von 2015) und Silber und Bronze aus Willingen 2017. Leonid Sawlin und Raphael Lagunow komplettierten das Team.
Bei den Mädchen „rechtfertigten“ Jana Schneider und Teodora Rogozenco als Deutsche Meisterinnen (Frauen und U18) ihre Nominierung.

Die Trainer
In der Vergangenheit war ich meist der einzige Trainer für zwei Teams. Deshalb nahm ich das Angebot von Artur Jussupow, dem Heimtrainer von Vincent Keymer, gerne an, uns beim Griff nach Edelmetall zu unterstützen. Leider mussten wir auf einen Vorbereitungslehrgang oder auch nur auf persönliche Konsultationen im Vorfeld aus Termingründen fast völlig verzichten.

Die Organisation
Das polnische Organisationsteam hatte alles im Griff. Transfer, Hotelzimmer und Mahlzeiten waren gut durchdacht und besserer Standard. Das Hotel „Stomil“ in Rymanow Zdroj war gerade erst neu eröffnet worden.
Die Spielbedingungen waren leider etwas eng. Es wurden alle Bretter live übertragen. Die Bretter 3 und 4 waren jedoch von den Live-Zuschauern nicht vernünftig einzusehen. Kein Spieler durfte eine Armbanduhr tragen oder einen eigenen Stift verwenden. Schöne neue Schachwelt!
Die Eröffnungsveranstaltung fand direkt vor der ersten Runde statt. Das ist lästig und nervig für Spieler als auch Redner. Warum man aber alle 70 Sponsoren einzeln verlesen musste, bleibt ein polnisches Geheimnis.

Das Turnier
22 Mannschaften bei den Jungen und 18 bei den Mädchen stellten einen neuen Rekord dar.
Die Anzahl der teilnehmenden Länder, nämlich 16, ist sicherlich noch steigerungsfähig. Polen als Gastgeber brachte 5 Jungen- und 4 Mädchenmannschaften an den Start.
Deutschland war bei den Jungen an eins gesetzt. Allerdings nur knapp vor den kompakten Ungarn, Kroaten und Serben.
Bei den Mädchen lautete unsere Setzposition 3 ; hinter Serbien und Polen.

Die Mädchenmannschaft
Zweierteams sind unberechenbar! Nach einer Niederlage kann der Kampf nicht mehr gewonnen werden!
Die Mädels spielten Unentschieden 1:1 gegen Ungarn 2 in der ersten Runde.

Rogozenco,T-Kassay,L
Tea spielte hier etwas zu sorglos 1. Sd5?? und streckte nach 1…Sce5!! 2. dxe5 Sxe5 die Waffen. Das Schach auf f3 ist tödlich. [besser geschah 1. Sce4 mit der Drohung Sg5]. Jana konnte noch ausgleichen.
In Runde 2 erwischte Jana von den Mädels einen „gebrauchten Tag“.
0,5:1,5 gegen Slowenien 2 lässt noch ganz viel Luft nach oben. Sei misstrauisch!

Schneider,J-Rozman,M
Nach 1. Lxa7 brachte die Slowenin eine schöne Schnittpunktkombination. 1….c5! 2. Lxc5 (was sonst) 2….Dxc5!! die schwache Grundlinie gepaart mit der schwachen Königsdiagonale rechtfertigt das Damenscheinopfer. Später 0:1
Danach war Schadensbegrenzung angesagt, aber der ganz große Wurf gelang nicht mehr.
Am Ende Platz 10 lies viele Fragen offen. Jana und Teodora drückten den Jungs die Daumen und siehe da:

Die Jungenmannschaft
Die Jungen waren zu fünft am Start, da Vincent geplant nach Runde 5 abreisen würde. Das Rotationssystem wurde konsequent eingehalten. Dadurch bedingt und auch weil er das harte Turnier in Riga noch in den Knochen hatte, pausierte Dmitrij in Runde 1. Nicht deswegen kamen wir gegen Moldawien nur zu einem 2:2. Grund war der „Ausrutscher“ von Raphael gegen seinen 300 Punkte leichteren Widerpart.
Die Runden 2 bis 4 dienten der Wiedergutmachung. Polen III, Tschechien und Kroatien wurden teils deutlich bezwungen. Die vielen Brettpunkte vor allem gegen Kroatien sollten sich noch als nützlich erweisen. Gewertet wurde nach Olympiade-System, einer Mischung aus Sonneborn und Brettpunkten für Mannschaftsturniere.
Runde 5 sollte ein erster Prüfstein werden. Serbien hatte mit Milan Zajic den einzigen Großmeister an Brett 1 gemeldet. (Dmitrij Kollars erhält den Titel erst noch). Wir gerieten an Brett 3 und 4 in schwierige Positionen, Thore stand gut; nach 40 Zügen stand es 2:1 gegen uns und Dmitrij stand mit dem Rücken zur Wand. Er hatte im Mannschaftssinne seine ausgeglichene Stellung auf Gewinn gespielt und war gescheitert. Zum Glück bot der Serbe remis an, wohl im Trugschluss gefangen, dass 2,5:1,5 als Sieg ausreicht. Damit konnten wir jedoch leben; ein 1:3 wäre viel schwerwiegender gewesen [siehe Wertungssystem]
Runde 6 gegen Ungarn ging um die Medaille. Der knappe Sieg bescherte uns eine komfortable Position – Gold aus eigener Kraft war möglich.
Runde 7 brachte uns die Türkei. Ausgerechnet die Türkei, sagten die Einen, Super die Türkei , sagten die Anderen. Beide hatten Recht! In den ersten drei Stunden spielten uns die Jungs vom Bosporus an die Wand. Keine Gewinnchance in Sicht und Gold in weiter Ferne. In der Zeitnot und kurz danach! wendete sich das Blatt , 4:0 , alle siegten, Serbien gewinnt „nur“ 3,5; Deutschland holt Gold. Herzlichen Glückwunsch!
Goldmedaille, 3 Brettpreissieger, viele strahlende Gesichter – 2018 sind wir Ausrichter und Titelverteidiger!

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